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Performance-Contracting
english: energy performance contracting
 
Unter dem Performance-Contracting versteht man eine Variante des Wärme-Contracting, bei der es in erster Linie um die Einsparung von Energie durch die Optimierung von Gebäude und Heizanlage geht. Beim Performance- oder Energiespar-Contracting wird vom Contractor keine Energie oder Wärme aus fremder Produktion geliefert. Vielmehr analysiert dieser, wo und wie am Objekt Energie eingespart werden kann. Dann erst erhält er in der Regel den Auftrag zur Umsetzung der Maßnahmen, welche von ihm komplett durchgeführt bzw. in Auftrag gegeben werden. Der Kunde erhält also alles „aus einer Hand“. Teilweise wird die Anlage dann vom Contractor über eine bestimmte Laufzeit betrieben – wobei der Contractor eine erfolgsabhängige Vergütung und damit einen Teil der eingesparten Energiekosten bekommt. Der Contractor sichert dem Kunden vertraglich eine bestimmte Energieeinsparung zu. Teilweise werden dabei Einspargarantien in Höhe von 20 bis 25 Prozent der zuvor gezahlten Energiekosten abgegeben. Zum Jahresende nicht umgesetzte Einsparungen gehen zu Lasten des Contractors, fällt die Einsparung höher aus als erwartet, teilen sich die Vertragspartner den Mehrbetrag nach einem vertraglich vereinbarten Aufteilungsschlüssel. Bei einigen Konstruktionen leistet der Eigentümer Zuschüsse zu den Kosten für erforderliche Umbauten, bei anderen werden alle Kosten vom Contractor getragen. Geleistete Einbauten gehen schließlich in das Eigentum des Hauseigentümers über, den Zeitpunkt dafür bestimmt der Vertrag.

Das Verfahren ist eher für größere Gebäude, Wohnanlagen oder eine größere Anzahl von Objekten geeignet. Teilweise wird angegeben, dass es sich erst bei jährlichen Energiekosten ab 150.000 Euro rentiert. Bei kleineren Gebäuden und Einzelhäusern ist es meist nicht lohnend – es sei denn, diese werden zu einem Gebäudepool zusammengefasst.

Typische Optimierungen im Rahmen des Performance-Contracting sind Verbesserungen der Heiztechnik, Erneuerung von Ventilen, Pumpen und Heizkesseln sowie die Installation einer zentralen Steuerungseinheit, teilweise auch einer zentralen Gebäudeautomatisierung (sensorgesteuerter Sonnenschutz, Klimaanlage, Lüftung etc.). Größere bauliche Veränderungen wie der Austausch von Fenstern oder die Sanierung von Dächern und Fassaden kommen seltener vor, da sich die dabei anfallenden hohen Kosten nur selten innerhalb der Laufzeiten (6 bis 15 Jahre) von Contracting Verträgen amortisieren.

Oft werden unter dem Gesichtspunkt der Erzielung messbarer Erfolge innerhalb weniger Jahre Maßnahmen bevorzugt, die besonders hohe Energieeinsparungen versprechen. Dies kann jedoch zu einem unausgewogenen Gesamtkonzept führen, da Maßnahmen unterlassen werden, die geringere Einsparungen erbringen, sich aber auf Dauer auszahlen. Diese dann später nachzuholen, kann zusätzliche Kosten verursachen.
 

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Zuletzt aktualisiert: 10.09.2019
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