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Unternehmergesellschaft (UG)
english: enterprise company with limited liability, a new form of private limited company without minimum equity capital
 
Die Unternehmergesellschaft oder Mini-GmbH ist eine abgewandelte Form der GmbH, die mit der Reform des Gesellschaftsrechts vom 01.11.2008 in Deutschland eingeführt wurde. Basis ist die gesetzliche Regelung in § 5a GmbHG. Auch in der Immobilienbranche firmieren bereits einige Unternehmen unter dieser Bezeichnung.

Die korrekte Bezeichnung einer solchen Gesellschaft lautet "XY Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)" oder "XY UG haftungsbeschränkt". Die Gesellschaft darf nur mit dem voll ausgeschriebenen Zusatz "haftungsbeschränkt" im Rechtsverkehr auftreten. Die UG ist eine juristische Person. Sie unterliegt der Körperschafts- und Gewerbesteuer und der Pflicht zur Veröffentlichung ihrer Jahresabschlüsse.

Als Stammkapital der UG haftungsbeschränkt reicht bereits ein (1) Euro aus. Es sind nur Bar- und keine Sacheinlagen zulässig. Jedes Jahr sind 25 Prozent des Jahresüberschusses in eine Rücklage einzustellen, um das Stammkapital einer herkömmlichen GmbH zu erreichen. Erreichen Rücklage und ursprüngliches Stammkapital zusammen 25.000 Euro, kann die Gesellschaft durch einen Kapitalerhöhungsbeschluss in eine GmbH umgewandelt werden.

Handelsregistereintrag und notarieller Gesellschaftsvertrag sind erforderlich. Allerdings kann, wenn die Gesellschaft maximal drei Gesellschafter und einen Geschäftsführer hat, bei ihrer Gründung ein vereinfachtes Verfahren angewendet werden. Dabei wird als Gesellschaftsvertrag ein vorgedrucktes Musterprotokoll mit bestimmten Pflichtangaben verwendet. Es entstehen lediglich geringfügige Gründungskosten; jedoch fehlen im Musterprotokoll viele wichtige Regelungen einer herkömmlichen Satzung (Kündigung, Abfindungen usw.).

Für Gläubiger besteht die einzige Absicherung im Umgang mit einer UG in der Warnung durch den zwingenden Zusatz "haftungsbeschränkt". Dieser wird jedoch in der Praxis oft regelwidrig weggelassen. Gründer sollten bedenken, dass eine Beschränkung ihrer Haftung auf 1 Euro nicht unbedingt ein gutes Licht auf ihre Kreditwürdigkeit wirft. Vorteile der UG sind die vereinfachte und schnelle Gründung.

Ein Hauptnachteil ist die Gefahr der Insolvenz aufgrund einer allzu geringen Kapitalausstattung: Zwar kann die UG bereits mit einem Euro Stammkapital angemeldet werden; es besteht jedoch wie bei jeder anderen Kapitalgesellschaft die Pflicht, bei Überschuldung Insolvenz anzumelden. Eine Überschuldung ist gegeben, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr abdeckt (§ 19 InsO).

Konkurrierende Gesellschaftsformen sind die Limited nach britischem Recht und die ursprünglich für 2010 geplante Europäische Privatgesellschaft. Ob und wann letztere eingeführt wird, ist jedoch unsicher; am 30.05.2011 hat der Europäische Rat einen Kompromissvorschlag zu dieser Gesellschaftsform nach Vetos von Deutschland und Schweden abgelehnt.
 

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Zuletzt aktualisiert: 29.05.2019
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